Samstag, 23. April 2016

Nostalgie zum Welttag des Buches 2016

Magische Momente mit Paul Maar

Es gibt Augenblicke, in denen ich es schade finde, dass man früher nicht so viele (bis gar keine) Fotos gemacht hat wie heutzutage. Andernfalls hätte ich heute ein Foto von meiner vierten Klasse zusammen mit Paul Maar, der uns mit einer Lesung aus dem damals ziemlich neuen Buch „Eine Woche voller Samstage" beglückt hat.

Ich zumindest war völlig beglückt ein Kind, dessen zweite Heimat die Stadtteilbücherei war und das von dort so viele Bücher heimtrug, wie es eben noch tragen konnte. Da war ein echter Autor, zum Anschauen und zum Fragen stellen und so ein netter noch dazu der Wahnsinn.

Bis heute denke ich gerne daran zurück. Und ich empfehle unverdrossen allen Eltern und Kindern, zu Lesungen zu gehen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Vielleicht ist der eine oder die andere ja ähnlich beeindruckt wie ich. Es gibt ja so viele schöne Kinderbücher und so viele Autoren, die ganz toll vortragen können. 

Zurück zu Paul Maar: Es gibt also kein Foto, aber das Autogramm im Buch, das habe ich zum Glück heute noch:

Es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich Paul Maar wiedergesehen habe. 2015 auf der Leipziger Buchmesse war das. Nach einem Podiumsgespräch und einer Lesung gab es eine Signierstunde und wusch fand ich mich in der Warteschlange, seltsam aufgeregt. Als ich an der Reihe war, habe ich gerade mal so hinbekommen, herauszubröseln, wie sehr seine Lesung mich damals beeindruckt hat. Er schaute vom Zeichnen des Galimats auf und fragte, welche Schule das gewesen sei. Die Schwabschule in Stuttgart war's und nach kurzem Überlegen nickte er, ja, doch, an den Namen der Schule könne er sich erinnern. 

Was soll ich sagen beschwingt zog ich anschließend von dannen, innerlich wieder die kleine Viertklässlerin mit einem signierten Buch in den leicht schwitzigen Pfötchen. 

„Der Galimat und ich" ist im Übrigen ein sehr schönes Buch über den liebenswerten, aber etwas einsamen Jungen Jim, der ein bisschen anders ist als andere. Und über seinen heimlichen Besucher, der sehr, sehr anders ist als alles, was Jim bislang kannte. Leseempfehlung! Und Hörempfehlung, denn die Hörbuchversion, gelesen von Andreas Fröhlich, ist auch äußerst charmant.



Montag, 18. April 2016

Filmpremiere von „Rico, Oskar und der Diebstahlstein"

Auf nach Norden an die Ostsee! 

Vor über einem Monat habe ich hier ja schon mit den Fingern auf der Tischplatte getrommelt und gestern war es endlich so weit: Die Verfilmung von Teil 3 der Rico-Oskar-Trilogie von Andreas Steinhöfel wurde in München gezeigt.  

Nicht die premierigste aller Premieren, weil zeitgleich zwei weitere in Dresden und Schleswig stattfanden, weil es in der Woche davor schon eine in Berlin gab und weil der Film auch schon bundesweit der Presse gezeigt wurde. Aber immer noch eineinhalb Wochen vor dem Kinostart am 28. April. Und außerdem – diesen Film kann man gar nicht oft genug sehen!

Zur Erinnerung: In Teil 1 „Rico, Oskar und die Tieferschatten" überführten Oskar, der Hochbegabte, und Rico, der Tiefbegabte, einen skrupellosen Kindesentführer, in Teil 2 „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ einen dödeligen Hehler sowie dessen Mutter, eine fiese Erpresserin. 

In Teil 3 „Rico, Oskar und der Diebstahlstein" geht es nun um einen vielleicht wertvollen Stein, der wirklich existiert, und einen ganz sicher wertvollen Stein, von dem aber keiner weiß, ob es ihn tatsächlich gibt. 

Gesucht wird nach dem real existierenden „Kalbstein“, den der steinezüchtende, knurrige Nachbar Gustav W. Fitzke Rico gerade vererbt hat. Und so beginnt der Film auf einem Friedhof. Dort endet er übrigens auch. Ungewöhnlich für einen Kinderfilm, aber gut verdaulich dargeboten. Außerdem geht es bald an einen schöneren Ort: nach Pretow an der Ostsee. Dahin verschlägt die Jagd nach dem Stein Rico, Oskar und Hund Porsche, denn dort vermutet – der diesmal übrigens weder Helm noch Sonnenbrille, sondern eine peruanische Bommelmütze tragende – Oskar die Diebe.  

Die Zugfahrt nach Pretow ist schon nervenaufreibend genug für Rico, der zuvor noch nie aus Berlin herausgekommen ist. Als er aber nach seinem ersten und wirklich ernsthaft bösen Krach mit Oskar aufgebracht durch die Dünenlandschaft rennt, springt wieder die verhasste und schon fast vergessene Bingotrommel in seinem Kopf an. Mit der Hilfe von Porsche, Hundekeksen, der nachlassenden Wut und ungewöhnlicher Entschlossenheit beweist Rico dann aber, dass er gar nicht so tiefbegabt ist, wie er selbst immer dachte – und wie Oskar es ihm vorgeworfen hat. 

Oskars Antrieb für die ganze Aktion ist im Übrigen keineswegs das Interesse am Stein, sondern der massiv eskalierte Streit mit seinem Vater Lars. Oskars tapfer getragene tiefe Traurigkeit und Verlassenheit bilden einen starken Kontrast zu Ricos treuherzig-kulleräugiger Naivität. Und doch sind der zähe kleine und fürs normale Leben viel zu sensible Junge und sein größerer, liebenswert-tapsiger Freund in all ihrer Unterschiedlichkeit ein geniales Team. Und eigentlich möchte man die beiden ja immer nur knuddeln und dafür sorgen, dass ganz schnell alles wieder gut wird. 

Und ohne zu viel zu verraten: Das wird es auch. Denn natürlich hat die wunderbare Trilogie ein wunderbares Happy End. Genaugenommen sogar mehrere – hier die wichtigsten: Rico und Oskar versöhnen sich wortlos und ergreifend süß. Die gediebten Steine können gerettet werden. Und endlich, endlich finden auch Oskar und sein schwieriger Vater Lars in einer weiteren herzerwärmenden Szene zusammen. 

Einen kleinen Abzug gibt’s nur für die Rolle, die Heike Makatsch als Bedienung im Café bekommen hat. Im Buch ist das eine liebenswert lustige Episode, in der Rico und Oskar ihre charakteristisch unterschiedlichen Frühstückswünsche vortragen. Im Film ist daraus eine überdrehte und arg lange Klamauk-Szene geworden, die mir überhaupt nicht gefallen hat (vom Publikum aber durchaus belacht wurde). Sollte sicherlich die Fortführung sein von Anke Engelkes genervter Eisverkäuferin in den „Tieferschatten“ und Annette Friers explosiver Pizzeria-Bedienung im „Herzgebreche“. Richtig cool war aber nur die Eisverkäuferin (und das war auch die einzige dieser Szenen, die aus der Buchvorlage stammte). 

Thema Buchvorlage: Erfreulich viele Dialoge im Diebstahlstein" sind direkt aus dem Buch übernommen, was alles sehr authentisch macht. Und den geneigten Leser des Buchs beglückt, weil er die darin liebgewonnenen Figuren 1:1 wiedererkennt.  

Lese(t)räumchen meint:

Sonntag, 20. März 2016

Nostalgie mit "Hanni und Nanni"

Ein Sonntagnachmittag mit den berühmten Zwillingen 


"Hanni und Nanni" - wer kennt sie nicht? Tage, Wochen, ja, Monate meiner Kindheit habe ich mit ihnen verbracht. Mit dem Lesen der Bücher von Enid Blyton, mit dem Aus- und Abmalen der Illus in den Büchern, mit den Gängen in die Bücherei, um wirklich alle Bände ergattern zu können. Besessen habe ich nur fünf Stück. Und die habe ich noch heute, zerlesen und abgeliebt, aber eben wirklich geliebt. Alles war so anders bei den beiden und so aufregend! Ein Internat! Eine eineiige Zwillingsschwester!

Als mir dann kürzlich bei einem Pressetermin ein neuer Band der Reihe vor der Nase lag, brach sie aus, die Nostalgie und ich habe ganz doll genickt, als ich gefragt wurde, ob ich mal einen der neuen Bände lesen wolle. Na klar! Und so kam es, dass ich es mir heute mit "Hanni und Nanni feiern Geburtstag" gemütlich gemacht habe.

Und was soll ich sagen? Nach etwa einer Seite war ich wieder zehn Jahre alt und mittendrin im Lindenhof, dem Internat, auf dem die Zwillinge Hanni und Nanni Sullivan zur Schule gehen. Wobei der schulische Teil in diesem Band zumindest bei maximal einem Prozent liegt. Aber welches Mädchen will schon etwas darüber lesen, wie Romanfiguren in die Schule gehen? Um die Freizeitgestaltung geht es, um Freundschaft, um Geheimnisse, um Zusammenhalt, um Missverständnisse, Streit und um Verständnis und Versöhnung. Das ist nicht anders als bei Enid Blytons anderen Reihen - allen voran die von mir unendlich geliebten "Fünf Freunde" - und im Prinzip bei jeder Kinderbuchreihe, die es heute so gibt. Und es gibt ja so viele!

Zurück zum Lindenhof:

Samstag, 19. März 2016

„Dirk und ich" in Köln

Dirk und Andreas Steinhöfel bei der lit.Cologne

Bild anklicken und lesen!
Über die „Dirk und ich"-Lesung am 15. März 2016 bei der lit.Cologne vor – wie in München – ausverkauftem Hause gibt's meinen Bericht auf knax.de:

Hier der Link zu Text, Fotos und Autogrammen.

Es wieder total viel Spaß gemacht. Die Brüder nochmal zusammen bei einer Lesung erleben zu können, ist allerdings leider eher unwahrscheinlich, soweit ich die Termine bisher kenne.

Aber gibt ja das Hörbuch zu „Dirk und ich", bei dem Andreas und Dirk zwischen den Geschichten Einblicke hinter die Kulissen gewähren, was interessant und auch witzig ist, weil sie immer sehr direkt sagen, was sie denken.

Zur Neuauflage des Buches (Hardcover, mit farbigen Illus von the one and only Peter Schössow und Kinderfotos der Protagonisten) wird es aber meines Wissens kein um die beiden neuen Geschichten ergänztes Hörbuch geben.

Wer aber Andreas anderweitig mal live beim Lesen zuhören kann, sollte die Gelegenheit nutzen, denn das ist wirklich ein Erlebnis.

Und bei Lesungen vor Kindern ist es auch einfach immer herrlich zu sehen und zu hören, wie sich die Kleinen weglachen. Und wie sie aber auch an Stellen ohne Pointen aufmerksam zuhören – um dann bei der nächsten witzigen Stelle wieder loszukichern. Einfach knuffig.


Dienstag, 15. März 2016

Die Vorfreude wächst

(c) Twentieth Century Fox









Noch nie habe ich ein Video hier gepostet und noch nie ein Bild, das ich nicht selbst gemacht habe. Aber jetzt muss es einfach sein, denn heute wurde der neue Trailer zu "Rico, Oskar und der Diebstahlstein" veröffentlicht.

Wer in meinem Blog ein paar Beiträge gelesen hat, weiß ohnehin schon, dass ich großer Rico-Oskar-Fan bin. Noch sechs Wochen und dann gehen Anton Petzold als Rico und Juri Winkler als Oskar auf die aufreibende Suche nach dem mysteriösen Kalbstein, den Rico vom grummeligen Nachbarn Fitzke geerbt hat.

Andreas Steinhöfel, der die Bücher geschrieben und damit die (Kinderbuch-)Welt um Rico und Oskar bereichert hat, berichtete schon vor einiger Zeit auf seinem Blog, er habe den Rohschnitt des Films gesehen und sei sehr angetan davon. Neele Vollmar führte wie in Teil 1 (Tieferschatten) Regie; das kann ja nur gut werden.

Und weil ich den Abschlussband der Trilogie, "Rico, Oskar und der Diebstahlstein", schon mal sowieso wunderbar finde und die beiden Hauptdarsteller so unglaublich knuffig sind, freue ich mir 'nen Krater in Bauch, dass der Filmstart nun in greifbare Nähe rückt. :)

Und hier ist der Trailer.

PS: Ob ich den Auftakt-Gag darin so toll finde, weiß ich noch nicht so richtig (eher nicht). Aber es war ziemlich klar, dass der Schrei, den Rico im Buch ausstößt und damit den Weg frei macht, es nicht ins Drehbuch schaffen würde. Da ruft er nämlich: "Ich bin behindert, ich bin behindert!" Und das ist da in keiner Form anstößig, sondern einfach die Wahrheit. Und keiner stört sich daran, weil man den süßen und herzensguten Rico ja schon seit 2 1/2 Bänden kennt und liebt.
Aber bevor der Film wegen dieses einen Satzes auf dem Index landet, hätte ich den als Drehbuchautor vermutlich auch durch einen anderen ersetzt. Auf die gesamte Szene freue ich mich aber sehr, weil ich die im Buch sehr, sehr stark finde. Mal schauen, wie viel davon es in den Film geschafft hat!

Sonntag, 6. März 2016

Andreas und Dirk Steinhöfel bei der Münchner Bücherschau am 5. März 2016

Lesung aus "Dirk und ich"

Hier mal was aus dem echten Leben! Nämlich ein paar Impressionen von gestern, 5. März 2016: Andreas und Dirk Steinhöfel bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von "Dirk und ich" im Rahmen der Münchner Bücherschau. 

Sehr großer Spaß! Andreas las als Erstes die legendäre Episode "Das Spaghettimonster" vor, die von der Feier seines achten Geburtstags erzählt. "Chaotisch" würde das damalige Geschehen nur sehr unzureichend beschreiben ... 

Danach durfte das Publikum sich an Kinderbildern der Steinhöfel-Brothers erfreuen und anschließend Fragen stellen. "Dirk und ich" war übrigens Andreas' erstes Buch und handelt von abenteuerlichen Kindheitserlebnissen der beiden Brüder. 

Zum Erscheinen der Neuauflage des Buchs gibt's hier dann noch mehr dazu. Sie erscheint am 1. Juli 2016 (natürlich im Carlsen Verlag, bei dem Andreas seit 25 Jahren unter Vertrag ist): als Hardcover, mit farbigen Illus des großartigen Peter Schössow (der auch die "Rico, Oskar"-Bände illustriert hat) und mit zwei zusätzlichen Geschichten. 

Eine davon gab es zum Abschluss gestern schon zu hören: "Das Wasser kommt, das Wasser kommt!" Richtig dramatisch, aber auch wieder sehr lustig.

Da steigt nicht nur der Wasserpegel der Lahn, sondern auch die Vorfreude auf das Buch! 

Sonntag, 27. Dezember 2015

Bestes Weihnachtsgeschenk

Kürzlich habe ich ja das neue Buch "Wenn mein Mond deine Sonne wäre" von Andreas Steinhöfel hier im Lese(t)räumchen vorgestellt. 

Nun hat Andreas auf seinem Blog "News from Visible" einen zweiten, sehr interessanten Beitrag zu diesem Buch geschrieben und darin meine Besprechung empfohlen und verlinkt!

Ich freue mich total!

Samstag, 5. Dezember 2015

„Wenn mein Mond deine Sonne wäre“ von Andreas Steinhöfel

Diese Seite ist umgezogen.
Die Besprechung des Buches findet sich jetzt auf www.lesetraeumchen.de, zusammen mit vielen Fotos der Liveaufführungen. :)

 

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Wenn sich Frühling und Herbst im Sommer treffen

Buch mit Hörbuch-CD und Musik | Mit Illustrationen von Nele Palmtag und 
Musik vom SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg

Wenn ich auf meinem Blog über ein Buch schreibe, dann nicht, weil ich mir etwa anmaßen würde, die Geschichte nach irgendeinem Maßstab bewerten oder Punkte für Technik und Anmut der Ausführung verteilen zu können.
Es geht ausschließlich darum, was eine Geschichte mit mir macht. Das möchte ich einfangen und teilen. Und „Wenn mein Mond deine Sonne wäre“ macht ganz viel und ganz Schönes – allein schon der Titel! Also fangen wir an.

Darum geht es:

Max liebt seinen Opa über alles und Opa liebt Max genauso sehr.
Die Sehnsucht, behaupteten sie, wohne im Herzen, aber Max wusste es besser: Sein Körper bestand aus Milliarden winziger Zellen, und da jede einzelne dieser Zellen ihm wehtat, konnte das nur bedeuten, dass die Sehnsucht überall in ihm wohnte … und falls seine Seele ebenfalls aus Zellen bestand, dann, bitte sehr: wohnte die Sehnsucht eben auch dort, denn sie erfüllte ihn überall und ganz. Kein Herz allein hatte Platz für so viel Sehnsucht. (Seite 8)
Dass die beiden sich nicht mehr so oft sehen können wie früher – und weswegen Max solche Sehnsucht hat – liegt daran, dass Opa in ein Seniorenheim ziehen musste. „Das große Vergessen“ (Gedenkmoment für "die geliebte Hannah" aus „Rico, Oskar und das Herzgebreche“) kommt langsam über ihn. Opa selbst sagt über seine Mitbewohner: „Die haben nicht mehr alle Murmeln im Schälchen. Genau wie ich!“
Edit: Was ich erst später zusammengebracht habe: Das Bild mit den Murmeln im Schälchen entspringt mutmaßlich der englischen Redewendung „to have lost one's marbles" – was extrem viel charmanter klingt als nicht mehr alle Tassen im Schrank haben" im Deutschen.  

Ein Jahr lang hält Max, inzwischen neun Jahre alt geworden, das Getrenntsein irgendwie aus, aber dann wird das Vermissen zu gewaltig. Und die Sorge, dass Opa sich eines Tages nicht mehr daran erinnern könnte, wie sehr er Max liebt. Zu wertvoll ist diese enge Verbindung für das vaterlose Einzelkind Max; auf keinen Fall kann er die Liebe des Großvaters entbehren.

Und so beschließt er an einem schönen Sommertag, seinen Opa aus dem Heim zu holen und ihm ein paar Stunden an einem speziellen Ort zu schenken, der unzählige Erinnerungen aus den vergangenen Jahrzehnten birgt. Max‘ Plan ist so einfach wie wirkungsvoll und die liebevolle Entführung gelingt. Begleitet werden die beiden von Fräulein Schneider, ebenfalls eine Heimbewohnerin, die kurzerhand die Gelegenheit ergreift, dem Eingesperrtsein zu entkommen. Ihre größte Sehnsucht: „Zur Sonne!“

Da ist sie bei Max und seinem Opa genau richtig, denn die gemächliche Flucht per Bus bringt die drei an den Stadtrand zu einer sonnigen Blumenwiese, einer ganz besonderen: Dort hat Opa einst Max‘ (künftiger) Oma den Heiratsantrag gemacht.
Es gibt – Kinder wissen das, und manche Erwachsene – magische Orte auf der Welt. Orte, an denen ein Zauber wirkt, die Kraft ausstrahlen, weit und tief ins Denken und Fühlen von uns Menschen hinein. (Seite 40)
Ein paar traumhaft schöne Stunden auf der Sommerwiese verzaubern Opa, Max und auch Fräulein Schneider, die wieder zum Mädchen wird und – erst etwas eingerostet, dann leichtfüßig – ihre große Liebe wiederentdeckt: das Tanzen.
Fräulein Schneider zuzusehen war, als würde man der Sonne dabei zusehen, wie sie sich über die Erde verschüttete. (Seite 52)
Soviel zum Inhalt. Wie die Geschichte weiter- und ausgeht und was es eigentlich mit Sonne und Mond auf sich hat – lest selbst!



Lese(t)räumchen meint:

Das perfekte Lese(t)räumchen-Buch! Wärmend wie ein geschütztes sonniges Plätzchen an einem windigen Tag oder – jetzt im Dezember – wie die Lieblingskuscheldecke, während draußen Schnee fällt.

Mein erster Gedanke beim und nach dem Lesen war: Diese Geschichte macht glücklich und ein bisschen traurig und auf jeden Fall melankomisch (eine Wortschöpfung von Rico).

Montag, 30. November 2015

Vorschau: "Wenn mein Mond deine Sonne wäre" von Andreas Steinhöfel

Ganz inniger neuer Buchtipp! 

Fürs Lese(t)räumchen kam ich noch nicht dazu, eine schön ausführliche Besprechung zu dieser wundervollen Neuerscheinung zu schreiben, deshalb hier schon mal eine kürzere Fassung, die ich am Freitag, 27.11.2015, dem Erscheinungstermin, für KNAX geschrieben habe.

Einfach hier klicken!

Und hier findet ihr jetzt meine (sehr) ausführliche Besprechung zu "Wenn mein Mond deine Sonne wäre".


Sonntag, 22. November 2015

Andreas Steinhöfel liest aus "Rico, Oskar und der Diebstahlstein"


Rico, Oskar und die Autorenlesung

Ganz inniger Tipp von mir: Auf Youtube gibt es eine schöne, über einstündige Lesung von Andreas Steinhöfel aus "Rico, Oskar und der Diebstahlstein", also dem dritten Teil der Trilogie (dessen Verfilmung übrigens am 28.4.2016 ins Kino kommt!) Schon vier Jahre alt, aber immer noch zeitlos toll. 

Dazu beantwortet Andreas die häufigsten Fragen zu den Rico-/Oskar-Geschichten und wie das war, als er selbst noch in der Dieffe wohnte. Sehr launig erzählt und einfach schön zum Zuhören (wirklich besser nur am Anfang gucken - der Ton ist zwar super, aber asynchron zum Bild, was etwas irritierend ist)! Ab ca. 1:00:00 fängt eine meiner persönlichen Lieblingsszenen an. :) 
Wenn sich's jemand angeschaut hat, würde ich mich sehr über ein kleines Feedback freuen. Bin doch immer auf der Suche nach anderen großen "Fans" von Rico und Oskar. :)

Wer mehr hören will: Es gibt alle drei Bände vom Autor wundervoll gelesen auch als Hörbuch bei Silberfisch/Hörbuch Hamburg. Da kann man sich dann an die 13 Stunden lang allerbestens unterhalten lassen.


Freitag, 20. November 2015

Die drei Fragezeichen und der sprechende Totenkopf

Kleine Reise in die Vergangenheit. 

Manchmal findet man ja was richtig Schönes wieder ... Die Mini-Ausgabe des "Die drei ???"-Klassikers stammt noch aus meiner Kindheit. Damals, als Alfred Hitchcock noch der Auftraggeber der drei ??? war. Es ist ganz vergilbt und abgeliebt. Und die Schrift ist unglaublich klein, höchstens 6 Punkt. Für scharfe Kinderäuglein. ;)

Hier alt und neu im Größenvergleich:




Freitag, 13. November 2015

„Keiner hält Don Carlo auf" von Oliver Scherz (Hörbuch)

Ein Roadmovie der besonderen Art.

Und wieder ist mir eine Geschichte über einen kleinen mutigen Jungen zugelaufen. 
Carlo ist 11 und vermisst seinen Papa. Der wohnt nämlich nach der Trennung von Mama nicht mehr bei ihnen in Bochum, sondern ist in seine Heimat zurückgegangen. Und die ist in Palermo auf der italienischen Insel Sizilien. Also sehr weit weg.

Papa ist seit genau fünf Monaten, zwei Wochen und sechs Tagen fort, als es Carlo nicht mehr aushält: Er macht sich auf den Weg nach Palermo. Heimlich. Und ganz alleine. Für ein Ticket reicht sein Geld nicht und so muss er als blinder Passagier durch halb Europa fahren – im Zug, auf der Fähre. Und mit dem Taxi. Aber diese Fahrt ist sehr teuer: Sie kostet ihn sein ganzes Geld. Diebstahl!

Zum Glück begegnen ihm auf seiner langen Reise aber auch viele freundliche Menschen, die ihm helfen. Trotzdem ist dieser Trip kein Zuckerschlecken.

Doch die Sehnsucht nach seinem Papa treibt Carlo weiter und weiter in Richtung Ziel. Und wenn er erst mal dort wäre, will er sich Papa schnappen und mit nach Hause nach Bochum nehmen, das hat er sich fest vorgenommen. Ob das gelingt, wird natürlich nicht verraten, denn die Reise wird immer spannender, je näher Carlo Sizilien kommt.


Lese(t)räumchen meint:

Samstag, 7. November 2015

Maskottchen zugelaufen!

Es kommt vor, dass mir Tiere zulaufen und ich sie dann einfach spontan adoptieren muss.

Wenn - wie gestern geschehen - ein Lieblingstier wie das Erdmännchen auch noch mit einem Buch in den Pfoten ankommt ... dann ist es Liebe auf den ersten Blick! (Die Firma Nici macht echt die tollsten Sachen!)

Er hat alles, was ein Blog-Maskottchen braucht. Und den Namen hat er sich selbst gegeben; das gehört ja so. Also ...

Herzlich willkommen im Lese(t)räumchen, lieber Ferdinand!

Auf viele vergnügliche gemeinsame Lesestunden!




Montag, 2. November 2015

Das WDR-Hörspiel zu „Anders" von Andreas Steinhöfel

Immer noch keine Rezension zum Buch. Aber ein tolles Hörspiel. Gratis.
Edit 19.5.2016: Das Angebot war nur temporär. In der Zwischenzeit gibt es das Hörspiel als CD von Hörbuch Hamburg/Silberfisch.
Anlass zum Edit des Posts ist die Tatsache, dass dieses Hörspiel von der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde: Es steht als herausragende Neuveröffentlichung auf der Bestenliste 2/2016. Berechtigt!


Zu Felix Winters/Anders' Geburtstag hatte ich ja schon mal was gepostet, aber ich bringe es irgendwie immer noch nicht zustande, diese Geschichte angemessen zu besprechen. Aber ich finde sie total faszinierend.

Zum Buch erschien 2014 zeitgleich das Hörbuch, das der Autor Andreas Steinhöfel selbst liest. Großartig und intensiv wie immer.

Nun gibt es ganz neu auch ein Hörspiel, produziert vom WDR und auf dessen Website anhör- und downloadbar. Statt fünf CDs mit Lesung ist die Geschichte als Hörspiel, also mit verschiedenen Sprechern und einem Erzähler, auf ca. 80 Minuten zusammengefasst.

Super Umsetzung, tolle Sprecher, stimmungsvolle Geräusche. Die Handlung lässt sich so natürlich viel schneller erfassen und diese Version ist auch für jüngere Hörer geeignet, ab etwa 10 Jahren.

Was in der Kürze und bei der Art der Umsetzung zwangsläufig fehlen muss, ist der lakonische Stil der Romanvorlage von Andreas Steinhöfel. Der ist unverwechselbar und immer wieder hinreißend. Aber es spricht ja nichts dagegen, sich sowohl Lesung als auch Hörspiel anzuhören (und dann noch das wunderschön ausgestattete Buch zu lesen!), ganz im Gegenteil. :)

Hier geht's zum Hörspiel „Anders" beim WDR.
Edit: Der Link ist nicht mehr aktuell. Das Hörspiel gibt es jetzt käuflich zu erwerben, zum Beispiel hier auf der Seite des Verlages.




Quelle: www1.wdr.de/radio/hoerspielundfeature/hoerspiel/kiraka/anders100.html

Coming up soon: Liebenswerter Mäusekram


Demnächst hier im Lese(t)räumchen!

Zwei total unterschiedliche, sehr originelle und liebenswerte Mäuse-Geschichten:
  • "Lindbergh. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus" von Thorben Kuhlmann, gelesen von Bastian Pastewka.
  • "Glitzerkatze und Stinkemaus" von Andreas Steinhöfel, gelesen vom Autor.